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Ist CRM noch zu
retten? - Teil 2 von 3
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Aus einem Guss
Eine funktionstüchtige Datenbank enthält den vollständigen Adressbestand in
fehlerfreier und einheitlicher Form sowie die komplette Interaktion mit den
Kunden. Die Betonung liegt auf eine. Denn Kundenwissen ist in vielen
Unternehmen auch heute noch verstreut in verschiedenen Abteilungen, versteckt in
vergessenen Aktenschränken, verborgen in untersten Schubladen, in vielen Köpfen
und auf vollen Festplatten. Schlimmer noch: Ganze Bereiche rücken ihr
spezifisches Kundenwissen nicht raus, weil sie sich hierdurch Vorteile erhoffen.
Oder Berater beginnen nach dem Wissen-ist-Macht-Prinzip, persönliche
'Nebendatenbanken' anzulegen.
Solche Spielchen sind
tödlich für den Fortbestand guter Kundenbeziehungen. Denn der Kunde betrachtet
ein Unternehmen immer als Einheit. Zuständigkeiten und Abteilungsgrenzen
interessieren ihn nicht. Er will vielmehr, dass alles wie aus einem Guss
funktioniert. Er will bestimmen können, wer ihn wann, auf welche Weise und wie
oft kontaktiert. Die Datenbank muss sich also nach seinen Wünschen richten. Und
nicht umgekehrt.
Die
diesbezüglichen Kundenwünsche sollten also regelmäßig abgefragt werden.
Vielschichtige
Informationen über den Kundenbestand sind strategisches Kapital. Sie müssen
im ganzen Unternehmen verfügbar sein, so dass alle Mitarbeiter, die von Kunden
kontaktiert werden könnten, in Sekundenschnelle darauf Zugriff haben, um es für
ihre Beratungs- bzw. Loyalisierungsarbeit nutzen zu können. Im Idealfall fügen
sich die Kunden-Informationssysteme reibungslos in bestehende IT-Infrastrukturen
ein und sind mit dem ERP (Enterprise-Resource-Planning-System) des Unternehmens
verknüpft.
Ein ausgefeiltes
CRM-System macht von sich aus Aktions-Vorschläge für passende, personalisierte
Marketing-Kampagnen. Es identifiziert Muster und Strukturen in den Datenpools
und gibt so Hinweise auf zukünftiges Kaufverhalten – und auch auf
absprungbereite Kunden. Es bedient also die drei
Disziplinen Kundenakquise, Kundenloyalisierung und Kundenrückgewinnung.
Idealerweise
verknüpft sich eine Dialog-Strategie mit einer Datenoptimierungs-Strategie, um
den Kunden immer besser kennen zu lernen und immer passgenauer auf seine
Bedürfnisse einzugehen. So können die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt
mit dem richtigen Angebot über die richtigen Kanäle angesprochen werden.
Hierdurch lassen sich Streuverluste minimieren und Erfolgsraten werden immer
höher.
Hegen und Pflegen
Wie bei einer Bank gibt es aber nicht nur Auszahlungen, sondern auch Einlagen.
So ist jeder Nutzer verpflichtet, immer wieder aktuelle bzw. relevante
Informationen auf das 'Kundenkonto' einzuzahlen, sprich: die Datenbank liebevoll
zu führen und zu pflegen.
Und diese Sache ist
ernst: Fehler bei seinen persönlichen Daten verzeiht der Kunde nicht. Veraltete,
schlecht gepflegte Datenbanken lösen mehr Ärger aus, als hätten Sie gar keine.
Haben Sie eine, so erwartet der Kunde ganz einfach, dass sie perfekt
funktioniert. Und er geht davon aus, dass alle Aktivitäten koordiniert sind.
Umso wichtiger, dass die Kommunikationsmaßnahmen unterschiedlicher
interner Bereiche niemals konkurrieren, sondern sich in einem harmonischen
Zusammenspiel gegenseitig ergänzen. Ferner müssen alle kundenrelevanten internen
Abteilungen vor dem Versand von Angeboten und Werbebriefen
informiert werden.
In der Pflege der Daten
liegen die größten Erfolge und die herbsten Rückschläge am engsten
nebeneinander. Machen Sie den Mitarbeitern, die schwerpunktmäßig damit betraut
sind, klar, wie wichtig diese Aufgabe für sie selbst und das Unternehmen ist und
geben Sie ihnen die notwendige Zeit für diese Arbeit.
Keinesfalls darf nur
solches Wissen gesammelt werden, dass sich mühelos in die Datenbank-Struktur
einfügt. Ganz im Gegenteil: Die Software muss sich unkompliziert dem zu
integrierenden Wissen anpassen. Beispiel Weihnachtspost: Hier darf es eben nicht
nur eine Box zu anklicken geben, so dass das System dann standardisierte
Grußkarten verschickt. Davon erhält der Kunde hunderte. Die individualisierte,
ganz persönlich Weihnachtskarte macht den Unterschied, und die klingt etwa so:
"…wünsche ich Ihnen, Ihrer Frau und Ihren Töchtern Anna und Maria zwei wunderbar
erholsame Weihnachtswochen in Ihrem Ferienhaus auf Mallorca…"
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