Nachdem ich nun schon feststellen musste, dass ein
Jahr unterschiedlich viele Wochen haben
kann, habe ich nun meine Probleme mit der Wochenzählung.
Aber der Reihe nach:
Es geht auf Weihnachten zu und da meine Menschen in
diesem Jahr sehr beschäftigt sind, wollte ich mich als Firmenmaskottchen
nützlich machen. Ich beschloss, einen Weihnachtsbaum online zu bestellen
– schnelle Auswahl im Internet und Lieferung bis nach Hause. Als
Graupapagei kenne ich mich bestens mit diesem e-Commerce aus,
schließlich kommt mein Futter auch aus einem Internet-Handel. Für
Frauchens Mutter sollte auch gleich noch ein Baum bestellt werden, da
diese nicht mehr die Jüngste ist.
Gesagt – getan. Oder doch nicht. Wie so oft, steckte
die Tücke im Detail. Ich sah mir die Seiten von Deutschlands führenden
Weihnachtsbaumversendern an. Die Angebote und Preise unterschieden sich
kaum. Also suchte ich mir den erstbesten aus und legte los. Aber was war
das? Ich sollte einen Versandtermin eingeben. Was interessiert es mich,
wann die den Baum abschicken. Für mich und die geschätzte Frau Mama
zählt, wann der Baum ankommt. Außerdem konnte man auch nur
Kalenderwochen auswählen und keine Tage. Das würde den Spaß zweifellos
erhöhen. Immer noch voller Optimismus suchte ich die Kontaktseite, wo
ich ein Kontaktformular fand. Ich tippte einen längeren Text und fragte,
was ich denn bitte als Versanddatum einstellen sollte, wenn ich die
Bäume an einem bestimmten Tag bekommen wollte. Nun, auf die Antwort
warte ich immer noch. Herrchen hat mir das aber schon erklärt: „Arnie,
die wollen Weihnachtsbäume verkaufen und keine Mails beantworten“. So
ganz habe ich das nicht verstanden. Ich wollte doch auch zwei Bäume
kaufen, wenn denn nur meine Frage beantwortet wäre. Das liegt bestimmt
daran, dass ich nur ein Papagei bin; Menschen verstehen diese Logik
sicher, sonst würde der Versender das doch nicht so machen!
So schnell lasse ich mich aber
nicht entmutigen. Da gab es doch tatsächlich
einen Anbieter,
bei dem ich keinen Versand- sondern einen Liefertermin einstellen
konnte. Leider durfte ich mir auch hier nur Wochen und nicht Tage
aussuchen, aber immerhin. Ich habe noch telefonisch versucht
herauszufinden, ob sich diese Liefertermine noch etwas konkretisieren
lassen, aber da war immer nur ein Anrufbeantworter dran. Nach meinen
Erfahrungen mit dem Kontaktformular hatte ich darauf jedoch keine Lust
mehr. Die Frau Mama benötigt den Baum ohnehin erst möglichst nah an
Weihnachten, da sie keine Möglichkeit zur Zwischenlagerung hat. In der
KW 52 gibt es nur zwei Werktage vor Weihnachten, das ist als
Lieferspanne akzeptabel. Unser Baum kann ruhig schon in der Woche vor
Weihnachten ankommen. Das wäre die KW 51. So habe ich die Bäume dann
auch bestellt. Hier der Beweis

und

An dieser Stelle waren sie wieder da, meine Probleme
mit dem Kalender. Beide Bäume wurden am 12. Dezember 2008 geliefert.
Somit kamen 100 % meiner Bestellungen anders als bestellt. Nach meinem
Kalender ist das die KW 50. Aber das kann ja nicht sein. Ich hatte die
Bäume doch für KW 51 und KW 52 bestellt. Also muss am 12. Dezember
gleichzeitig KW 51 und KW 52 sein. Dass ich das nicht verstehe liegt
bestimmt daran, dass ich nur ein Papagei bin. Menschen verstehen das
sicher. Ich gebe es jetzt auf. Terminsachen liegen mir nicht. Also werde
ich im nächsten Jahr den Weihnachtsbaum auf die ganz altmodische Art
besorgen – offline beim Verkaufsstand am Supermarkt um die Ecke.
Merke: Wenn man im Geschäftsleben Zusagen trifft und
diese nicht einhält, ist das nicht gut für eine dauerhafte
Kundenbeziehung.
Oder
Management bei Fliegenpilz: Man kann
jeden Pilz essen, mache allerdings nur einmal. Man kann auch nahezu
jedem Kunden etwas verkaufen. Wenn man aber etwas falsch macht, dann nur
einmal.