Als Maskottchen
eines Managementportals benötige ich natürlich Fachlektüre. Was liegt da näher
als die Zeitschrift mit dem passenden Namen manager
magazin? Ich habe diese
Zeitschrift abboniert und bin insgesamt sehr zufrieden damit. Doch letztens, als
ich wie alle guten Deutschen über meiner Steuererklärung saß, bin ich beim
Anblick der aneinander gereihten halbjährlichen Rechnungen auf ein besonderes
Phänomen gestoßen. Die Leute beim mm müssen einen anderen Kalender haben als
ich. Bei denen hat ein Jahr immer nur elf Monate. Sehen Sie selbst:

Die erste Rechnung
des Folgejahres kommt immer schon fünf Monate nach der zweiten Rechnung des
Vorjahres. Damit scheint ein manager magazin-Jahr nur elf Monate zu haben. Das
ist irgendwie beeindruckend. Aber kommen die da nicht durcheinander, wenn ihr
Kalender anders ist als bei allen anderen? Und welchen Monat lassen die weg?
Etwa den Dezember mit Weihnachten oder den nassen dunklen November? Darf sich da
jeder Mitarbeiter einen Monat zum weglassen aussuchen?
Fragen über Fragen?
Hilfe suchend wandte ich mich an die Service-Hotline, bei der ich an eine sehr
kompetente und freundliche Mitarbeiterin geriet. Ihrer Reaktion zufolge war ich
auch nicht der erste, dem dieses Phänomen aufgefallen war: „Ach, ich kann mir
schon denken was Sie meinen“.
Die Dame hat mir
erklärt, dass die scheinbare Unstimmigkeit an der Ausgabe 11a liegt. (Was denn,
nun gibt es den November gleich doppelt?)
Immer im Oktober
erhalte ich demnach zwei Hefte. (11a im Oktober? Immerhin kann ich mich
erinnern, ab und an mal ein Sonderheft zusätzlich erhalten zu haben)
Dadurch sind die
sechs Ausgaben lt. Rechnung immer schon nach fünf Monaten „aufgebraucht“. Es
handelt sich um ein so genanntes „Lieferabo“. Die Redaktion behält sich also
vor, wenn ihr danach ist eine zusätzliche Ausgabe herauszugeben. In den letzten
Jahren war das regelmäßig mit der besagten Ausgabe 11a der Fall.
Aha. Dann scheint ja
alles seine Richtigkeit zu haben. Etwas seltsam klingt es aber doch und einen
letzten Trumpf habe ich noch unter dem Flügel. Ich habe mir auf der Webseite vom
manager magazin die Abo-Konditionen angesehen. Dort heißt das Ding nicht etwa
Zwölf-Ausgaben-Abo (wäre ja auch zu sperrig), sonder schlicht Jahresabo:

(Quelle:
http://abo.manager-magazin.de/go/place!MMONJAHR , download am 14.05.2008)
Nur ist dieses
Jahresabo zwar richtigerweise für 12 Ausgaben gut, aber leider nur für elf
Monate!
Ich möchte an dieser
Stelle wirklich nicht den großen Verbraucherschützer geben und mit Dingen wie
der Preisangabenverordnung oder gar irreführender Werbung herumwedeln. Aber –
vorsichtig ausgedrückt – verwirrend ist das ganze schon. Die nette Dame am
Telefon hat mir immerhin versprochen, dass sie meinen Hinweis weitergibt. Sie
meint auch, dass man das irgendwie genauer formulieren sollte.
Ich habe diese
wichtige Angelegenheit anschließend gleich mit meiner Freundin, Papageienhenne
Nicki, besprochen. Wir waren uns beide spontan einig, dass wir bei unserem
herkömmlichen Kalender bleiben und nicht die neue Zeitrechnung vom manager
magazin übernehmen. Möge man uns innovationsfeindlich nennen – aber für unsere
Jahresmiete hier wollen wir lieber zwölf statt nur elf Monate in unserem Zimmer
herumfliegen. Selbst wenn es noch einen Spezialmonat 11 a obendrauf gibt!