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In jedem Unternehmen fallen unterschiedliche Arten von Daten und Informationen an. Sie
unterscheiden sich nach einer Vielzahl von Kriterien, u.a. Adressaten, wiederkehrend vs. einmalig, Bezug zu Unternehmensfunktionen, Komplexität, Bezug auf Entscheidungsprozesse.
Die richtige Einordnung, Zuordnung und Verarbeitung aller anfallenden Informationen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Um effektive und aussagefähige Informationssysteme aufbauen zu können müssen die verschiedenen Arten von Informationen im Vorfeld geordnet und bewertet werden. Anthony’s Dreieck bzw. Anthony’s Triangle ist ein Hilfsmittel für diesen Prozess.
Anthony’s Triangle ordnet Informationen bzw. Daten nach den Entscheidungsebenen und Aktivitäten, denen sie dienen.

Tiefer gehende Untergliederungen berücksichtigen darüber hinaus die verschiedenen betrieblichen Funktionen und / oder die Ebene der Wissensarbeiter / Knowledgeworker.

Die Operative Ebene
Auf der operativen Ebene werden strukturierte und relativ vorhersehbare Entscheidungen getroffen, da die Vorgänge hier überwiegend festen Regeln folgen. (Beispiel: Vorgaben zur Orderabwicklung enthalten notwendige Angaben bei Bestellungen und Arbeitsabfolgen. Auftretende Fragestellungen können den Orderstatus betreffen und sind anhand der bestehenden Regeln relativ leicht zu klären.).
Operative Daten spiegeln die aus der Leistungserbringung resultierenden Transaktionen wieder.
Die operativen Informationssysteme sind daher primär mit der Unterstützung des Tagesgeschehens und von Standard-Geschäftsvorfällen befasst.
Die Wissensebene umfasst technisches- und Expertenwissen. Typische Fragestellungen sind z.B. der optimale Produktmix, Standortentscheidungen, Auswahl von Softwarepaketen, Entwicklung von hauseigenen Schulungsprogrammen etc.
Wissenssysteme unterstützen solche fachlichen Entscheidungen.
Auf der taktischen Ebene fällt i.d.R. ein Mix aus strukturierten, semi-strukturierten und unstrukturierten Fragestellungen an. Sie sind kurz- bis mittelfristig er Natur und beinhalten z.B. Kontroll- und Überwachungsfunktionen (Plan-Ist-Vergleiche, Abweichungsanalysen, Fehlerquoten etc.).
Die taktischen Informationssysteme dienen der Kontrolle und Umsetzung von Unternehmenszielen.
Strategische Entscheidungen sind meist unstrukturiert. Sie befassen sich mit langfristigen Fragestellungen und Reaktionen auf externe Informationen (Markttrends, Konjunkturdaten, Szenarien, Gesetzesinitiativen etc.).
Somit unterstützen strategische Informationssysteme langfristig orientierte strategische Fragestellungen und Planungen.
Beispiel:
Zuordnung von Informationen in einem Versicherungsunternehmen mit Hilfe von Anthony’s Triangle

Damit können nicht nur anfallende Informationen den entsprechenden Informationssystemen zugeordnet werden; Anthony’s Triangle gibt auch Hilfestellung bei der Frage, welche Informationen auf welcher Ebene überhaupt benötigt werden. Durch diesen Soll-Ist-Abgleich vorhandener und benötigter Informationen können Lücken und Dopplungen identifiziert werden.
© Dagmar Recklies, August 2001
Pdf-Version zum Drucken (27 KB)
Laudon & Laudon. Information Systems and the Internet. A problem-solving Approach.
Tom Haughey. Different Kinds of Data. In Data Administration Management Association Newsletter November 1998