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Kommentar
Mit Application Performance Management kostengünstig Bandbreitenprobleme lösen
Von Torsten Stolzmann, Senior Account Manager in der Geschäftsstelle Köln der NK Networks & Services GmbH
Application Performance Management umfasst mehr als nur die Installation von ein paar Boxen. Deshalb sollte am Anfang immer eine umfangreiche Analyse stehen. Dort wird zum Beispiel untersucht, welche Applikationen von wie vielen Usern gleichzeitig genutzt werden. Dabei spielt auch eine wichtige Rolle, ob es sich um geschäftskritische Anwendungen handelt und wer den meisten Traffic im Netz erzeugt. Auch welche Applikationen unter einem besonders hohen Verkehrsaufkommen leiden und wie zum Beispiel das Antwortzeitverhalten in den Außenstellen aussieht, ist entscheidend.
Wenn klar ist, welche Anwendungen wie viel Bandbreite – sowohl im Durchschnitt als auch zu bestimmten Spitzen – benötigen, ist die Frage zu beantworten, ob die Übertragungskapazitäten ausgebaut werden müssen oder andere Wege zur Performancesteigerung ausreichen? Bei der Beurteilung gibt es dabei verschiedene Sichtweisen. So sind aus User-Sicht wichtige Faktoren beispielsweise die Auslastung der CPU, vorhandene Festplattenspeicher und deren Nutzung, weitere Netzwerkaktivitäten und die Zugriffswege auf die Daten – etwa aus dem WAN oder aus dem LAN.
Bei der Netzwerk-Sicht steht dagegen die Beeinflussung der Applikationen durch das Netzwerk im Mittelpunkt, die aber nur schwer zu ermitteln ist. Hier muss festgestellt werden, wie viel Netzwerkverkehr von einzelnen Anwendungen erzeugt wird und welche Workstations und Server diesen in erster Linie generieren. Bei der Server- und Datenbanksicht werden vor allem unzureichende Antwortzeiten von Servern, Anwendungen und Datenbanken betrachtet. Ebenso der Applikationsfluss. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass viele Anwendungen ursprünglich nur für den Einsatz in lokalen Netzwerken entwickelt worden sind und beim Betrieb auf WAN-Strecken mitunter erhebliche Probleme mit sich bringen – etwa in Form von häufigem Session-Aufbau oder einem Datenaustausch mit kleinsten Paketgrößen. Die praktische Folge: Die Anwendungen laufen extrem langsam und die Nutzer beklagen sich über zu lange Antwortzeiten.
In der Analyse werden die unterschiedlichen Sichtweisen zusammengefasst und daraus Vorschläge für eine WAN-Optimierung abgeleitet. Das Application Performance Management – so die praktische Erfahrung aus etlichen Projekten – führt dabei zu einer erheblichen Reduzierung der Datenlast auf den Leitungen, die im Mittel zwischen 50 und 85 Prozent betragen kann. Dadurch findet in der Regel eine spürbare Applikationsbeschleunigung statt, die sich beispielsweise in kürzeren Antwortzeiten von Anwendungen und schnelleren Backups bemerkbar macht. Oft ist auch eine Kostenreduzierung im WAN damit verbunden, weil vorhandene Leitungen reduziert werden können oder bei wachsendem Kapazitätsbedarf keine Bandbreitenerhöhung erforderlich ist. Und schließlich wird das Monitoring und Netzwerkmanagement vereinfacht – etwa durch Sniffer-Funktionen in den Endeinrichtungen oder die übersichtliche Darstellung des Datenverkehrs. Alles in allem eine Reihe von Vorteilen, die Unternehmen nutzen sollten.