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Umfrage unter Banken in Deutschland - Banken: Fusionskarussell beginnt sich
zu drehen
Trotz Finanzkrise: Geldinstitute erwarten positive Entwicklung des operativen
Geschäfts und wollen mehr Mitarbeiter einstellen / Banken prognostizieren mehr
Fusionen und Übernahmen / Restriktivere Kreditvergabe und höhere Risikovorsorge
erwartet
Die Banken in Deutschland bewerten ihre operative Geschäftslage überwiegend
positiv und erwarten auch keine Verschlechterung ihrer Lage. Optimismus herrscht
auch bezüglich der Beschäftigung: Jede dritte Bank will mehr Mitarbeiter
einstellen, nur 12 Prozent wollen die Zahl der Beschäftigten verringern. Die
Zahl der Banken in Deutschland wird allerdings nach Meinung der Geldinstitute in
den kommenden Jahren deutlich sinken. Das sind Ergebnisse des „Bankenbarometers
2008“, einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter
121 Banken in Deutschland.
Die weltweite Finanzkrise hat – zumindest bislang – das operative Geschäft
der Mehrzahl der Banken nicht nennenswert beeinträchtigt. Fast alle befragten
Banken (95 Prozent) bewerten ihre aktuelle operative Geschäftsentwicklung
positiv, fast jede fünfte Bank sogar sehr positiv. Auch für die kommenden Monate
prognostiziert die Mehrzahl der Banken (91 Prozent) eine positive Entwicklung
des operativen Geschäfts.
„Die operative Kraft der Banken scheint zumindest aktuell von der Finanzkrise
wenig beeinflusst“, stellt Dirk Müller-Tronnier, Partner bei Ernst & Young,
fest. „Dennoch wird die Finanzmarktkrise zumindest bei denjenigen Banken, die in
betroffene Finanzmarktinstrumente investiert haben, durch die entstandene
Eigenkapitalbelastung auch Auswirkungen auf die operative Geschäftstätigkeit
haben“.
Die grundsätzlich gute Stimmung in den Geldinstituten soll sich auch in einer
positiven Entwicklung der Beschäftigung niederschlagen: 88 Prozent der Befragten
erwarten, dass die Zahl der Mitarbeiter ihrer Bank in den kommenden sechs
Monaten mindestens konstant bleibt. Von einem Beschäftigungswachstum gehen sogar
34 Prozent aus. Nur 12 Prozent der Banken planen, die Zahl der Beschäftigten zu
verringern.
Mehr Fusionen und Übernahmen erwartet
Die befragten Bankmanager erwarten in großer Übereinstimmung (87 Prozent), dass
es zu einer deutlichen Konsolidierung im deutschen Bankensektor kommen wird.
Dass dieser Prozess kurzfristig, also innerhalb der kommenden zwölf Monate
stattfindet, erwartet hingegen nur eine Minderheit, nämlich 17 Prozent der
Befragten.
„Das Fusionskarussell beginnt sich wieder zu drehen“, stellt Müller-Tronnier
fest. „Einiges spricht dafür, dass die lange erwartete und von vielen auch
herbeigesehnte Konsolidierung der deutschen Bankenlandschaft nun tatsächlich an
Fahrt gewinnt“.
Eine deutliche Mehrheit – 67 Prozent – gibt an, dass eine Konsolidierung
notwendig und sinnvoll sei. Klare Befürworter eines beschleunigten
Konsolidierungsprozesses sind vor allem Spezialinstitute, Privat- und
Regionalbanken, Auslandsbanken sowie Groß- und Landesbanken. Etwas kritischer
stehen die Sparkassen Konsolidierungstendenzen gegenüber: 56 Prozent befürworten
sie, 44 Prozent lehnen sie ab. Die Genossenschaftsbanken hingegen stehen mit
klarer Mehrheit – 64 Prozent – auf dem Standpunkt, dass eine deutliche
Konsolidierung des deutschen Bankensektors nicht notwendig sei.
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