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Pressemitteilung - Pressemitteilung im Managementportal

 

 

Auf der Suche nach der „Leistungsformel“

Wie gelingt es Menschen, sehr hohe bis außergewöhnliche Leistungen zu erzielen und dabei Grenzen zu überwinden, die anderen unüberwindbar erscheinen? Und vor allem: Wie gelingt es ihnen, ihr Leistungsniveau über lange Zeit zu halten?

Das Frankfurter Unternehmen PWS Wollsching-Strobel Managementberatung und der Fachbereich Psychologie und Ökonomie des Sports am Institut für Sportwissenschaft der Technischen Universität Darmstadt gehen in einer vergleichenden Studie mit 50 Spitzenleistern aus Sport und Management möglichen Bestandteilen einer „Leistungsformel“ auf den Grund. Zu den Befragten der qualitativen Untersuchung, die allein hinsichtlich Stichprobengröße und -auswahl im europäischen Raum einzigartig ist, gehören Vorstandsvorsitzende und Vorstandsmitglieder in Unternehmen oder leitende Funktionsträger aus Ministerien, Gewerkschaften oder Kirchen sowie Olympiateilnehmer, Weltmeister, deutsche Meister oder Nationaltrainer.

Ein zentrales Ergebnis: Trotz klarer Unterschiede in den beiden Handlungsfeldern gibt es auch deutliche Parallelen hinsichtlich der Exzellenzfaktoren, die den Weg an Spitzen wie auch den dortigen Verbleib ermöglichen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Selbstmanagementkompetenz: Spitzenleister steuern sich in hohem Maß selbst und führen ein bewusstes und erfolgreiches Selbstmanagement durch. Diese Form der Selbststeuerung geht dabei weit über das – insbesondere im beruflichen Kontext – verbreitete Selbstmanagementverständnis der Planungsoptimierung oder des persönlichen Ressourcenmanagements hinaus, sondern zieht ausdrücklich die Regulation und Kontrolle intrapsychischer Prozesse und Strukturen – insbesondere auch auf der affektiven Ebene – mit ein.  

Spitzenleister legen in Sachen Selbstmanagement überdurchschnittliche Lern- und Veränderungsbereitschaft, Kreativität sowie Variabilität an den Tag, sodass sie in der Lage sind, persönlichen Optimierungsbedarf zu erkennen und zu bearbeiten. Überdies zeigen Spitzenleister ein hohes Maß an Eigeninitiative und Entschlossenheit. Signifikant viele Befragte haben ihr Talent selbsttätig entwickelt und heben dies auch deutlich hervor. Leistungsexzellenz setzt das Finden eines Handlungsfelds voraus, in dem persönliche Motive und Stärken optimal zur Geltung gebracht werden können. Das beinhaltet oft einen aktiven Suchprozess, dem ein ganz konkretes persönliches „Zielfoto“, eine Vision zugrunde liegt, die man auch gegen Widerstände konsequent im Auge behält und umsetzt.

 

 

 
Der Weg an die Spitze bedingt dabei Beständigkeit und Ausdauer: Bis zum Erreichen höchster Expertise benötigten die befragten Spitzenleister zwischen acht und 15 Jahren. Das erfordert ein überaus hohes Maß an Willenskraft und innerem Antrieb: Gerade in der ersten langen Phase des Expertiseaufbaus bezeichnen sich die Befragten als „sehr geduldig“, „mit langem Atem“ ausgestattet, „ausdauernd“, aber auch „zäh“, „halsstarrig“, „zielstrebig“ und „ehrgeizig“ bis hin zu „kämpferisch“ und „gnadenlos“ mit sich selbst. Zudem verfügen die meisten von ihnen über eine sehr hohe intrinsische Motivation, die sie sich immer wieder – wenn auch manchmal unter schwierigen Bedingungen – selbst entfachen. Ihr überdurchschnittliches Kontingent an Arbeit beziehungsweise Training ist untrennbar mit der interessierten und gezielten Weiterentwicklung ihrer speziellen Fähigkeiten und Begabungen verbunden. Sehr oft wird die Art der Leistungserfüllung in der jeweiligen Managementfunktion oder Sportart zum „Markenzeichen“.

 

 

Top-Sportler, die jetzt als Trainer tätig sind, und Top-Manager in Führungspositionen bringen zudem eigene Erfahrungen reflektiert ein und steuern so die Expertiseentwicklung der nächsten High-Performer-Generationen. Insbesondere mit Blick auf den Beginn ihrer Karriere heben die Interviewten beider Sparten in vielen Fällen die Impulsgebung und Förderung durch positiv prägende Vorbilder, Lehrer und Trainer hervor. Ihren eigenen Lern- und Entwicklungsweg betreffend betonen die meisten den hohen Wert von Erfahrung, Wissen und Routinen. Die Interviewten lassen allesamt erkennen, dass sie in ihrer Karriere bereit sind, sich bis an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit zu beanspruchen. Darin liegen für sie der Reiz, die Herausforderung und gleichzeitig ein wesentlicher Ansatzpunkt für ihre kontinuierliche Leistungssteigerung. Sie sind sich überdies auch in der fortgeschrittenen Phase ihrer Karriere der notwendigen Unterstützung durch ihr soziales Netz und der Wichtigkeit der aktiven Beziehungspflege wie auch der konstruktiven Beratung sehr bewusst.

Den Autoren der Studie richten den Blick ihrer Untersuchungen dabei nicht nur auf den Aspekt der Leistungssteigerung, sondern auch auf den langfristigen Leistungserhalt – einem Thema, dem angesichts der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft höchste Aktualität zukommt. Es wird deutlich, dass sich High Performer der Notwendigkeit eines kontinuierlichen Expertiseaufbaus durchaus bewusst sind und auch an der Spitze anderen immer ein Stück vorausbleiben. Unabänderliche altersbedingte körperliche Veränderungen werden kompensiert, indem bewusst die Spezifität der persönlichen Expertise ins Spiel gebracht und weiter verfeinert wird, der Fokus auf die richtigen Dinge gerichtet wird (Stichwort:Selektion) und dafür auch die entsprechenden Kapazitäten geschaffen werden (Stichwort: Delegation). Auch die entsprechende regenerative Unterstützung der eigenen Leistungsfähigkeit sowie der Erhalt der Motivation und Willenskraft spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

Das interdisziplinäre Autorenteam der Studie aus Wissenschaft und Praxis arbeitet seit Jahren erfolgreich mit Vertretern aus der Leistungsspitze beider Bereiche und fundiert seine Erhebung durch eine umfassende Analyse weit über 1000 wissenschaftlicher Befunde zu relevanten Exzellenzfaktoren, die in einer aufwendigen, durch verschiedene wissenschaftliche Forschungsprojekte gestützten Literaturrecherche über drei Jahre lang zusammengetragen wurden. Damit gehen sie weit über die gängigen Praxistipps anderer Publikationen zur Leistungsoptimierung und zum persönlichen Selbstmanagement hinaus. Die kompletten Ergebnisse, die die Autoren in einem eigenen Faktorenmodell der Spitzenleistung zusammenfügen, sind ab 07. Oktober 2008 in einer Buchveröffentlichung des Gabler Verlags nachzulesen.

 

Quelle: Pressemitteilung der PWS Wollsching-Strobel Managementberatung GmbH  vom 30.09.2008

 

 

 

 

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Stand: 13. Dezember 2014