Dabei genießen westliche Marken hohes Ansehen,
denn Qualität spielt eine herausragende Rolle – und westliche Marken
gelten als qualitativ hochwertig. Die Ansprüche der Käufergruppen
sind groß, insbesondere im Hochpreissegment: In den oberen
Preisklassen ist es für 70 Prozent der Käufer ausschlaggebend, dass
die Ware im Heimatland der Marke gefertigt wurde.
Zahl der Gutverdienenden wächst
Das Wachstum hat in China längst zum Aufbau
einer breiten, stabilen Mittelschicht in den Städten und
Boomregionen des Landes geführt. Davon profitieren die jungen, gut
ausgebildeten Chinesen (ähnlich den „Young Urban Professionals“ der
80er-Jahre in den USA) im Dienstleistungssektor, die „White
Collars“. In den Städten nimmt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung
kontinuierlich zu – in Schanghai wird ihre Zahl von heute drei
Millionen auf etwa 7,8 Millionen im Jahr 2015 steigen.
Ausschlaggebend für ihre hohe Kaufkraft ist, dass die Gehaltskurve
in vielen chinesischen Unternehmen mit der Berufserfahrung mit einer
Geschwindigkeit steigt, die die westlichen Vergleichsstandards
übertrifft: Schon nach sieben Jahren kann Einstiegsgehalt auf das
Sieben- bis Achtfache angewachsen sein. Zudem wird das offizielle
Gehalt häufig durch sogenannte inoffizielle Bestandteile
aufgewertet. Laut offizieller Erhebungen in Schanghai macht dies bis
zu 50 Prozent der Gesamtsumme aus.
Sowohl steigende Gehälter als auch die
wachsende Anzahl qualifizierter White Collars bedeuten eine
erhebliche Konsumnachfrage, die befriedigt werden will. Laut Studie
geht die Mehrheit der markenbewussten Zielgruppe – etwa 85 Prozent –
mindestens einmal im Vierteljahr bzw. einmal monatlich zum Shoppen,
knapp fünf Prozent sogar einmal pro Woche. Dabei bevorzugen sie
Malls, Kaufhäuser und Multi-Brand Stores, also Orte, wo ein breites
Spektrum an Markenware und Fashion Labels aller Art zu finden ist.
Am liebsten geben die chinesischen Aufsteiger
ihr Geld während der Ferien anlässlich verschiedener Feiertage wie
der „Golden Weeks“ zum Frühlingsfest, dem Nationalfeiertag, aber
auch in der Weihnachtssaison aus. Es zeigt sich, dass die Zielgruppe
mehr auf den Zeitpunkt als auf das Geld achtet: Der „Zahltag“ spielt
hier eine ebenso untergeordnete Rolle wie das „Weihnachtsgeld“, also
Sondervergütungen. Dennoch sind die Chinesen ausgesprochen
aufgeschlossen für Promotionsaktionen und Sonderverkäufe.
„Im Rahmen der Studie haben wir auch nach den
jährlichen Durchschnittsausgaben für Kleidung gefragt. Etwa 30
Prozent der Befragten geben zwischen 250 und 550 Euro aus, für
weitere 30 Prozent dürfen es schon zwischen 550 und 1.150 Euro sein.
Bei diesem Budget bleibt genug für Markenkleidung – gerade westliche
Nischenanbieter haben hier gute Chancen, sich einen neuen Markt von
enormer Größe zu erschließen. Voraussetzung ist, dass die Produkte
einen hohen Qualitätsgrad vorweisen und beispielsweise über die
beliebten Multi-Brand Stores angeboten werden“, kommentiert Wei
Wang.
Die komplette Studie finden Sie
hier zum Download.
Quelle: Pressemitteilung der Deloitte & Touche
GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom 19.11.2008