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Quo vadis Venture Capital? - Deloitte-Studie „Global Trends in Venture
Capital 2007“ zeigt: Europäische Venture-Capital-Gesellschaften investieren
bevorzugt in Europa
Weltweit investiert nur etwa die Hälfte aller
Venture-Capital-(VC-)Gesellschaften im Ausland. Europäische Wagniskapitalgeber
agieren dabei an der Spitze, fokussieren sich jedoch hauptsächlich auf Europa.
Nur ein Bruchteil der Europäer plant Investitionen in Wachstumsregionen wie
China. Bei ihren Engagements setzen die europäischen VC-Gesellschaften sowohl
auf Kooperation mit lokalen Investoren als auch auf Investitionen in
internationale Portfolio-Unternehmen – wobei die bevorzugten
Investitionsstandorte je nach Tätigkeitsfeld variieren. Deloitte befragte hierzu
zusammen mit der European Private Equity and Venture Capital Association in
Europa (EVCA) 528 VC-Unternehmen aus Amerika, Asien und der EMEA-Region.
„Venture-Capital-Gesellschaften verhalten sich trotz einer globalisierten
Wirtschaft erstaunlich zurückhaltend bei der Umsetzung einer globalen
Investitionsstrategie. Nur 51 Prozent der weltweit Befragten investieren derzeit
außerhalb des Heimatlandes. Nach Regionen führen die Europäer mit 63 Prozent,
Asien folgt mit 58 Prozent, dann kommen die USA mit 46 Prozent. Die
Wagniskapitalgeber (83%) wollen jedoch in den nächsten Jahren ihr
grenzüberschreitendes Engagement ausbauen“, erklärt Astori Nieper, Partner
Transaction Services bei Deloitte.
Kooperationen mit anderen Investoren am häufigsten
Bei ihren ausländischen Investments entscheiden sich die europäischen
Venture-Capital-Gesellschaften häufig für ein gemeinschaftliches Engagement mit
einem lokalansässigen Investor – etwa 60 Prozent nutzen diese Methode. 48
Prozent entwickeln strategische Allianzen mit Unternehmen aus dem jeweiligen
Land, während 30 Prozent Investments in lokale Portfolio-Unternehmen bevorzugen,
die ihrerseits im Ausland aktiv sind. Besonderen Wert legen die Europäer dabei
auf ein umfassendes kulturelles Verständnis ihres Gastlandes, da dieses meist
entscheidend für den Erfolg ist. Über ein Drittel der Befragten (36%) stellt
somit vor allem Personal mit lokalen Kenntnissen ein.
Investitionen in Nahbereich bevorzugt
Die europäischen VC-Gesellschaften bevorzugen für ihre Investitionen den
geografischen Nahbereich, d.h. die Länder Mittel- und Osteuropas (23%), die
Region Deutschland-Österreich-Schweiz (DACH)/Liechtenstein (19%) sowie die
skandinavischen Länder (12%). Europäische VC-Gesellschaften schätzen die
physische Nähe zu den Unternehmen, in die sie investiert haben. Allerdings
interessieren sich auch 17 Prozent verstärkt für die USA. Die Europäer befinden
sich durchaus im weltweiten Mainstream, lediglich US-Wagniskapitalgeber
tendieren zu Investments in entfernte Gebiete – mit besonderem Fokus auf China
und Indien. Unter den europäischen VC-Gesellschaften sind es nicht einmal 10
Prozent, die ihre Investments in China tätigen möchten. Doch 85 Prozent der
Wagniskapitalgeber, die bereits jetzt grenzübergreifend investiert haben, wollen
dieses Engagement künftig ausweiten.
Attraktivster Deal Flow in Skandinavien und USA
Was jedoch treibt die Wagniskapitalgeber, im nahen Ausland oder gar global zu
investieren? Der Hauptgrund, so ein Ergebnis der Deloitte-Studie, ist ein
qualitätsoptimierter Deal Flow. Die meisten europäischen VC-Gesellschaften sehen
diese Umsetzung jedoch keineswegs in Mittel- und Osteuropa, dem meistgenannten
Investitionsziel, sondern in Skandinavien, den USA und DACH/Liechtenstein. An
China interessiert die Investoren vor allem das unternehmerfreundliche Umfeld
mit seiner allgemeinen Aufbruchstimmung (50%), während dieses in Mittel- und
Osteuropa nur für 12 Prozent der Befragten interessant erscheint. Eine
erhebliche Rolle bei grenzübergreifenden Investitionen spielt die Sorge um die
Sicherheit des geistigen Eigentums. Sie ist im Hinblick auf China und Indien am
ausgeprägtesten – was sich ebenfalls in der Investitionsneigung der europäischen
VC-Gesellschaften widerspiegelt.
Unterschiedliche Regionen optimal für unterschiedliche Aktivitäten
Gerade VC-Gesellschaften mit beschränkten Ressourcen ziehen Investitionen in
lokale, international aktive Portfolio-Unternehmen der Direktinvestition in
ausländische Unternehmen vor. Je nach Art der Aktivitäten gelten hierbei
unterschiedliche Regionen der Welt als besonders attraktiv. Geht es
beispielsweise um Produktion, so investieren europäische VC-Gesellschaften
bevorzugt in Unternehmen in China und Osteuropa, während für F&E-Aktivitäten die
USA, aber auch Mittel- und Osteuropa bevorzugt werden. Beim Engineering führt
Mittel- und Osteuropa, gefolgt von den USA und DACH/Liechtenstein. Bei
Dienstleistungen hingegen investieren europäische Kapitalgeber am ehesten in
indische Unternehmen oder aber wiederum in Osteuropa.
„Insgesamt zeigt unsere Studie, dass es bei den europäischen
VC-Gesellschaften langfristig einen Trend zum verstärkten grenzübergreifenden
Engagement gibt – und zwar vorzugsweise in lokale Unternehmen, die ihrerseits
ihr internationales Geschäft auf- und ausbauen“, kommentiert Astori Nieper.
Düsseldorf/München, 10. Dezember 2007
Quelle: Pressemitteilung Deloitte & Touche GmbH
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