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KPMG-Umfrage: Immer mehr Privatbanken schielen auf eine Übernahme
Das Interesse der Privatbanken an der Übernahme eines Wettbewerbers wächst. Jede
zweite Privatbank (48 Prozent) schaut sich derzeit aktiv nach einem geeigneten
Übernahmeziel um – vor einem Jahr war es nur jede fünfte (18 Prozent).
Hauptgründe sind eine Erhöhung des Marktanteils und die Hoffnung auf
Erschließung neuer geografischer Märkte. Am häufigsten als Zielländer genannt
werden dabei China und Russland, gefolgt von den USA und Großbritannien. Das hat
eine KPMG-Studie ergeben, für die 166 Privatbanken in aller Welt befragt wurden.
Übernahmen scheitern oft an unterschiedlichen Preisvorstellungen
Jede dritte Privatbank plant, in den nächsten drei Jahren mindestens 500
Millionen US-Dollar für Übernahmen auszugeben – in Asien ist es sogar jede
zweite. 20 Prozent wollen dafür sogar über 1 Milliarde US-Dollar investieren.
Doch scheitern zurzeit viele Akquisitionen an den unterschiedlichen
Preisvorstellungen zwischen potenziellem Käufer und Verkäufer, sagt die Hälfte
der befragten Privatbanken. KPMG-Vorstand Gottfried Wohlmannstetter: „Der hohen
Nachfrage steht seit einiger Zeit de facto kein Angebot gegenüber. Die möglichen
Targets sehen bei der derzeit guten Ertragslage keine Notwendigkeit, ihre
Unabhängigkeit in Frage zu stellen. Das mag bei einer Verschlechterung der
Marktsituation schnell anders aussehen, dann jedoch zu für den Veräußerer
deutlich ungünstigeren Konditionen.“
Verwaltetes Vermögen kann durch Übernahme schrumpfen
Mit einer Übernahme verknüpfen Privatbanken oft die Hoffnung, ihre Kundenbasis
(und damit den Umfang des verwalteten Vermögens) vergrößern zu können. Doch die
Umfrage zeigt, dass zumindest in den vergangenen drei Jahren eher das Gegenteil
der Fall war. Über die Hälfte (55 Prozent) der Banken gibt an, dass sich in
diesem Zeitraum das Volumen des erworbenen Kundenvermögens im ersten Jahr nach
ihrer größten Übernahme verringert hat – zum Teil deutlich. Lediglich jede
vierte Bank verzeichnete nach einer Übernahme einen Anstieg des verwalteten
Vermögens. Die Befragten sind im Vergleich zum Vorjahr aber zuversichtlicher,
entsprechende Verluste künftig in Grenzen halten zu können. Doppelt so viele wie
2006 gehen davon aus, ihre Kundenbasis mindestens stabil halten oder gar
verbreitern zu können.
M&A-Transaktionen steigern meist den Shareholder Value
Positiv äußerten sich die meisten Befragten über ihre Erfahrungen mit bereits
erfolgten Transaktionen. So gaben 80 Prozent an, der Shareholder Value des
eigenen Unternehmens habe sich durch eine Übernahme in den vergangenen drei
Jahren erhöht. 22 Prozent sagen sogar, dieser habe sich „deutlich“ verbessert.
Mehr Informationen finden Sie in der Studie:„Hungry for more? Acquisition
appetite and strategy in the global private banking and wealth management
industry (PDF, 2 MB)”. Die Studie wurde zum vierten Mal durchgeführt.
Quelle: Pressetext der KPMG
Berlin/Frankfurt, 10. Dezember 2007 |