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"Viele Hersteller und Importeure wiegen sich in trügerischer Sicherheit.
Dabei ist nur noch bis zum 1. Dezember Zeit, die bislang in Verkehr gebrachten
Chemikalien im Produktportfolio systematisch zu erfassen und eine
Vorregistrierung zu beantragen. Unternehmen, die diese Frist versäumen, dürfen
Produkte, die nicht vorregistrierte Stoffe enthalten, ab dem Stichtag bis zu
einer endgültigen Entscheidung über die Zulassung nicht mehr in der EU in den
Verkehr bringen", warnt Volker Fitzner, Partner und Leiter des Bereichs Chemie
bei Advisory.
Die EU-Chemikalienverordnung soll sicherstellen, dass die Wirkung aller neuen
und sämtlicher bereits in der EU verwendeten chemischen Stoffe und Verbindungen
auf die menschliche Gesundheit und Umwelt gestestet wird. Für die Industrie
bedeutet dies, dass sie bis 2018 rund 30.000 auf dem Markt existierende
chemische Substanzen bei der Europäischen Agentur für chemische Stoffe (ECHA) in
Helsinki registrieren lassen muss.
Viele US-Unternehmen haben Relevanz von REACH noch nicht erkannt
Europäische Unternehmen sind relativ gut über REACH informiert, während die
Befragten in Nordamerika über deutlich schlechtere Kenntnisse verfügen. In
Europa geben 68 Prozent aller befragten Unternehmen an, dass sie sich mit der
Richtlinie und deren Konsequenzen beschäftigt haben (32 Prozent davon sogar
intensiv). Das trifft auch auf 65 Prozent der Unternehmen in Asien zu, aber nur
auf 45 Prozent der Befragten in Nordamerika. Wenig oder überhaupt nicht mit
REACH befasst haben sich demgegenüber nur 31 Prozent der europäischen sowie 36
Prozent der asiatischen Unternehmen, während der Anteil der gering oder gar
nicht informierten Führungskräfte in Nordamerika mit 55 Prozent
überdurchschnittlich hoch ist.
Chemiebranche am besten vorbereitet, Autoindustrie ist Schlusslicht
Chemie- und Pharmaproduzenten sind nach eigener Einschätzung am besten auf die
Umsetzung der Richtlinie vorbereitet. Auf einer Bewertungsskala von 1 bis 100
erreicht die Chemieindustrie einen Wert von gut 69, die Pharmahersteller kommen
auf knapp 62 Punkte. Demgegenüber liegen Handel und Konsumgüterindustrie bei
knapp 45 Punkten, die Automobilindustrie erreicht lediglich knapp 40 Punkte.
Noch geringere Werte ergeben sich bei der Zusammenarbeit mit den Zulieferern.
Hier erreicht die Automobilindustrie nur knapp 29 Punkte, die befragten
Chemieunternehmen erreichen immerhin 56 von 100 möglichen Punkten.
Produktions- und Lieferketten auf dem Prüfstand
"Viele Unternehmen scheuen die mit der Umsetzung der Verordnung verbundenen
Kosten und spielen auf Zeit. Langfristig ist diese Strategie äußerst riskant.
Ein Zulassungsverbot für eine vorher nicht-registrierte Chemikalie bringt
nämlich nicht nur die Produktions- und Lieferkette durcheinander, sondern
verunsichert auch die Verbraucher. Unternehmen, die REACH nicht ernst nehmen,
können früher oder später einen erheblichen Imageverlust erleiden", warnt Bernd
Schneider, REACH-Experte im Bereich Chemie bei PwC.
Insgesamt hat bislang lediglich jedes zehnte befragte Unternehmen eine
detaillierte Risikoanalyse im Zusammenhang mit REACH erstellt, 30 Prozent haben
sich immerhin bereits mit möglichen Risiken beschäftigt. Demgegenüber wissen 57
Prozent der Befragten kaum oder überhaupt nicht, welche Konsequenzen die
Umsetzung der Richtlinie für ihr Unternehmen unter Risikogesichtspunkten haben
kann.
Die Unternehmen müssen bei der Umsetzung von REACH ihre gesamte
Wertschöpfungskette berücksichtigen: Zwei Drittel der Befragten wollen die
Einhaltung der Registrierungsfristen bei den Zulieferern sicherstellen. Nahezu
die Hälfte (46 Prozent) der Unternehmen bieten den in der Lieferkette
vorgelagerten Herstellern auch Unterstützung bei der Umsetzung der
Chemikalienverordnung an. Rund ein Viertel (26 Prozent) der Befragten rechnet
mit Änderungen im Produktportfolio, gut jedes fünfte (22 Prozent) Unternehmen
erwartet, dass Erzeugnisse auf Grund von REACH vom Markt genommen werden müssen.
Die Umfrage "Waking up to REACH" können Sie
hier kostenlos herunterladen.
Quelle: Pressemitteilung der PricewaterhouseCoopers AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft |