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Das müsste theoretisch trotz eines veränderten Finanzierungsumfeldes
die Preise für Übernahmeziele weiterhin auf hohem Niveau halten. Da die Banken
aber für Übernahmen weniger Fremdkapital bereitstellen, müssen die PE-Häuser
mehr Eigenkapital in die Hand nehmen. Deshalb dürften diese kein Interesse
haben, die Kaufpreise nach oben zu treiben. Zumal angesichts eines nachlassenden
Wirtschaftswachstums die Renditeaussichten unsicherer geworden sind.
Strategische Investoren, die meist über gut gefüllte Kassen verfügen, werden
daher an Bedeutung in Bieterwettbewerben gewinnen.“
„Deal-Sourcing“ verschiebt sich
Im Vergleich zu 2006/2007 werden Secondary Buy Outs in den kommenden 18 Monaten
an Bedeutung verlieren. Nach Ansicht der befragten Branchenexperten werden
Transaktionen sich verstärkt auf Unternehmen konzentrieren, die hinter den
wirtschaftlichen Erwartungen zurückgeblieben sind oder sich in einer
Turnaround-Situation be-finden.
Finanzierungssicherheit bleibt im Umfeld der Liquiditätskrise zentrales Thema
Mit Beginn des „Credit Crunchs“ hat sich das Finanzierungsverhalten der Banken
im Vergleich zu den expansiven Vergabepraktiken in 2006, die im 1. Halbjahr 2007
ihren Höhepunkt erreichten, deutlich verändert. Dies spiegelt sich unter anderem
darin, dass die Banken eine deutlich selektivere Haltung bei der Auswahl von
Transaktionen einnehmen sowie in der Bereitschaft ein Finanzierungspaket in
voller Höhe alleine anzubieten („underwriting“).
Darüber hinaus haben sich in der Vergangenheit durchaus aggressiv aufgetretene
Marktteilnehmer dazu entschlossen, sich aus dem Segment der
Übernahmefinanzierung zu verabschieden. Das weniger aggressive
Finanzierungsverhalten zeigt sich insbesondere in einem niedrigeren angebotenen
Verschuldungsgrad („Leverage“) und einer stärker risikoangepassten Verzinsung.
Außerdem in der Ausgestaltung der Berichts- und Informationspflichten (Covenants),
in wieder konservativeren Tilgungsstrukturen und in den Kreditnehmern
beziehungsweise Investoren vertraglich eingeräumten Freiräumen und
Mitspracherechten. Hier zeigt die Studie zum Teil noch deutliche Unterschiede in
der Erwartungshaltung zwischen Banken und Private Equity-Häusern.
Roland Gottwald, Leiter Finanzierungsberatung bei KPMG: „Die zuletzt sehr
aggressiven Strukturen sind de facto verschwunden. Banken sind aktuell nur sehr
zurückhaltend bereit, 100 Prozent des für eine Transaktion erforderlichen
Finanzierungspakets jeweils alleine zur Verfügung zu stellen und damit in einem
größeren Umfang ein Syndizierungsrisiko zu übernehmen. Zu beobachten ist der
Trend zu so genannten ‚50 Prozent-Underwritings’ oder mit einer limitierten
Anzahl von Banken eingegangene ‚Club Deals’. Durch die rückläufige
Risikobereitschaft der Banken gewinnen ferner klassische Mezzaninefonds wieder
an Bedeutung.“
Staatsfonds verschärfen den Wettbewerb
Interessant ist die Frage, ob und in welchem Umfang Staatfonds künftig eine
verstärkte Rolle im Buy Out-Markt übernehmen werden. John Evans, Head of Private
Equity bei KPMG: “Investoren aus Asien und dem Nahen Osten scheinen sich
zunehmend im Markt zu etablieren und gegenüber den etablierten international
tätigen Private Equity-Firmen an Bedeutung zu gewinnen. Die Staatsfonds könnten
sich somit zu einer ernsten Konkurrenz für die großen Private
Equity-Gesellschaften entwickeln. Etablierte Fonds werden ihren Blick zunehmend
auf neue Märkte richten, zum Beispiel nach Osteuropa oder Asien.“
Quelle: Pressemitteilung der KMPG Deutsche Treuhand-Gesellschaft
Aktiengesellschaft |