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Die besten Private-Equity-Firmen schlagen die besten börsennotierten
Unternehmen
Studie der Boston Consulting Group und der IESE Business School: Die Top-
Finanzinvestoren erzielen stabilere, überdurchschnittlichere Renditen als
börsennotierte Firmen
Trotz der gegenwärtigen Verwerfungen auf den globalen Kreditmärkten wird
Private Equity auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, so eine aktuelle
Studie von The Boston Consulting Group (BCG) und der IESE Business School in
Barcelona (IESE). Auch wenn zuletzt vermeldete Rekordrenditen das Gegenteil
suggerieren: Risikobereinigt erzielen Private-Equity-Firmen im Durchschnitt
keine bessere Performance als börsen-notierte Unternehmen. Überraschend ist
aber, dass die besten Private-Equity-Firmen dauerhaft Spitzenwerte erreichen,
während selbst Top-Börsenwerte nach fünf bis sieben Jahren zum Marktdurchschnitt
tendieren. In ihrer Studie haben BCG und IESE Investitionen in 218
Private-Equity-Fonds zwischen den Jahren 1979 und 2002 mit entsprechenden
Investitionen an der Börse verglichen.
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"Über die Zeit sinkt die Wertschaffung der meisten börsennotierten
Unternehmen auf den Marktdurchschnitt", so Heino Meerkatt, weltweiter Leiter der
BCG-Aktivitäten im Bereich Private Equity und Mitautor der Studie The Advantage
of Persistence: How the Best Private Equity Firms "Beat the Fade". "Anders bei
Private Equity: Wir konnten feststellen, dass sich die Performance des
Top-Quartils der Fonds in den Jahren 2000 bis 2006 kaum verschlechtert hat,
sondern sich gleichbleibend auf hohem Niveau bewegte. Dies deutet darauf hin,
dass die besten Private-Equity-Firmen durchgängig besser abschneiden als
börsennotierte Unternehmen und andere zweitklassige Private-Equity-Wettbewerber
- und somit eine vorteilhafte Anlageklasse darstellen." Dies führe dazu, dass
auch weiterhin Gelder in diesen Sektor flössen, sowohl von traditionellen
Rentenfonds als auch von Staatsfonds, beispielsweise aus Norwegen, China oder
den Golfstaaten.
Diversifizierung und Größe nicht entscheidend
Traditionelle strukturelle Faktoren wie Größe, Skaleneffekte oder
Diversifizierung allein erklären den Erfolg nicht. "Die besten
Private-Equity-Firmen erzielen überdurchschnittliche Renditen, egal ob sie groß
oder klein, diversifiziert oder fokussiert, global oder regional sind", so
Mitverfasser Heinrich Liechtenstein, Assistant Professor für Financial
Management an der IESE Business School. In ihrem Bericht argumentieren die
Autoren, dass diese überlegene Performance vor allem auf einem Bündel besonderer
organisatorischer Fähigkeiten beruht, durch die sich besten
Private-Equity-Firmen von börsennotierten Unternehmen wie auch von anderen
Finanzinvestoren unterscheiden. Drei Fähigkeiten sind hierbei besonders
hervorzuheben
" Vernetzung: umfassende Kontakte zu Brancheninsidern in verschiedenen
Industrien, die bei der Identifizierung und der Bewertung von geeigneten
Kaufobjekten, aber vor allem beim Coaching des Managements der Beteiligungsfirma
Wettbewerbsvorteile schaffen
" Fach-Know-how: spezielle Branchen- und funktionale Managementexpertise
" Schnelle operative Verbesserungen: die Fähigkeit, auf schnellem und
unpolitischem Wege Maßnahmen einzuleiten und effektiv umzusetzen, um
Portfoliounternehmen auf Wachstum zu trimmen oder unproduktive Kostenstrukturen
oder Kapitalbindungen zu beseitigen
"Die Zeiten, als Private-Equity-Unternehmen vor allem durch die
Bereitstellung von Fremdkapital Wert geschaffen haben, sind lange vorbei", so
Meerkatt. "Heute schaffen die besten Private-Equity-Firmen Wert durch ganz
spezielle organisatorische Fähigkeiten. Dadurch sind sie in der Lage, die besten
Übernahmeobjekte zu ermitteln, erfolgreiche Gebote abzugeben und Transaktionen
zu managen und nicht zuletzt den Wert ihrer Portfoliounternehmen
wachstumsorientiert zu steigern. Börsennotierte und Familienunternehmen werden
diese Fähigkeiten zunehmend kopieren."
Werden Wettbewerber diese Fähigkeiten kopieren?
Der Bericht beschreibt zwei mögliche Szenarien für die Zukunft der Branche.
"Entweder wird die besondere Fähigkeitenkombination der besten
Private-Equity-Fonds zur Basis für einen langfristigen Wettbewerbsvorteil und
treibt die Konsolidierung der Branche voran", so Liechtenstein. "Oder
börsennotierte Unternehmen und andere Finanzinvestoren lernen, diese Fähigkeiten
zu kopieren. Dann würde ein neuer, höherer Leistungsstandard definiert - und
eine neue Runde im globalen Wettbewerb um Kapital eingeleitet."
Methodik:
Die Studie "The Advantage of Persistence" ist die erste Veröffentlichung im
Rahmen einer Forschungskooperation von BCG und IESE zur Performance des
Private-Equity-Sektors. Der Bericht basiert auf einer umfassenden Analyse einer
Vielzahl von Datenquellen, darunter einer BCG-IESE-eigenen Datenbank zu mehr als
1.750 Private-Equity-Transaktionen zwischen 2000 und 2006.
Der Download der Studie ist
hier möglich.
Quelle: Pressemitteilung der The Boston Consulting Group |