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„Wir stehen an einem
Wendepunkt. Die US-Immobilien- und Finanzkrise scheint größere Auswirkungen auf
die Realwirtschaft zu haben als zunächst erwartet.“
Wolken am Konjunkturhimmel
Der Anteil der Unternehmen, die eine weitere Verbesserung der
konjunkturellen Situation erwarten, ist gegenüber dem Vorjahr deutlich
zurückgegangen – von 73 Prozent auf 31 Prozent. Die Pessimisten sind hingegen
auf dem Vormarsch: Anfang 2007 glaubten nur 7 Prozent an eine Verschlechterung
der Wirtschaftslage in Deutschland, inzwischen liegt der Anteil bei 28 Prozent.
„Auch der deutsche Mittelstand kann sich dem allgemeinen Stimmungsumschwung
nicht entziehen. Angesichts der immer neuen Negativmeldungen aus dem
Finanzsektor glaubt kaum noch jemand daran, dass dies nicht auch Auswirkungen
auf Industrie- oder Handelsunternehmen haben wird“, so Englisch. Zudem zeige die
wichtige US-Wirtschaft bereits deutliche Anzeichen von Schwäche. „Sollte die
US-Wirtschaft wirklich in die Rezession rutschen, könnte dies auch durch den
anhaltenden Boom in Schwellenländern wie China, Indien und Russland nicht
vollständig ausgeglichen werden“, erwartet Englisch.
Die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft werden sich aber in Grenzen
halten, ist Englisch überzeugt: „Die deutsche Wirtschaft ist sehr robust. Viele
Unternehmen – gerade im Mittelstand – haben ihre Hausaufgaben gemacht und sind
auch international hervorragend aufgestellt. Insgesamt hat der Standort
Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen.
Und da eine weltweite Rezession nicht zu erwarten ist, wird es in Deutschland
eine Abschwächung des Wachstums, aber keinen Abschwung geben“, prognostiziert
Englisch.
Die weitere Entwicklung der eigenen Geschäftslage sehen die Unternehmen denn
auch etwas optimistischer als die konjunkturelle Entwicklung: 31 Prozent der
Unternehmen gehen davon aus, dass sich ihre Lage in den kommenden Monaten weiter
verbessern wird (Vorjahr: 60 Prozent). Nur 14 Prozent der Unternehmen gehen
davon aus, dass sich ihre Situation kurzfristig negativ entwickeln wird
(Vorjahr: 12 Prozent). Mit Abstand am optimistischsten sind wiederum die
Unternehmen in Hamburg, gefolgt von den Mittelständlern in Bremen und Berlin.
Unternehmen wollen mehr Mitarbeiter einstellen
Zwar planen 15 Prozent der Unternehmen Personal abzubauen, aber immerhin 29
Prozent wollen die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland erhöhen. Per Saldo ist
daher mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahl im deutschen Mittelstand zu
rechnen. Auf Basis der Befragungsergebnisse ist insbesondere in Hamburg, Berlin
und Hessen mit einer positiven Entwicklung der Beschäftigung zu rechnen.
Viele Unternehmen stünden derzeit vor dem Problem, nicht alle offenen Stellen
besetzen zu können, so Englisch: „Immer mehr Unternehmen suchen händeringend
nach qualifizierten und motivierten Arbeitskräften.“ So geben 27 Prozent der
Befragten an, dass es sehr schwierig sei, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter
zu finden, weitere 53 Prozent bezeichnen dies als eher schwierig.
Trotz der eingetrübten Prognosen planen die Unternehmen, per Saldo mehr zu
investieren als im Vorjahr. Jeder dritte Mittelständler hat vor, die
Gesamtinvestitionen in diesem Jahr zu erhöhen, nur 13 Prozent planen, die
Investitionsausgaben zurückzufahren. Dabei zeigen sich die Unternehmen in
Hamburg, Berlin und Hessen besonders investitionsfreudig. Ostdeutsche
Mittelständler sind insgesamt etwas zurückhaltender als westdeutsche
Unternehmen.
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hier Sie die Präsentation der wichtigsten Ergebnisse (PDF - 631 KB, 15
Seiten).
Quelle: Pressemitteilung von Ernst & Young Deutschland |