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Pressemitteilung - Pressemitteilung im Managementportal

 

 

Deutsche Familienunternehmen setzen auf Technologieführerschaft
Knapp 70 Prozent der deutschen Familienunternehmen erwarten Auftragsplus / Technologieführerschaft ist wichtigster Wettbewerbsvorteil / Jedes vierte Familienunternehmen steht vor Eigentümerwechsel

Die große Mehrheit der deutschen Familienunternehmen geht optimistisch in das neue Jahr. Wie aus der Studie "Familienunternehmen 2008" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor geht, erwarten sieben von zehn befragten Unternehmen eine steigende Nachfrage für die kommenden Monate. "Die Studienergebnisse bestätigen, dass das Familienunternehmen ein Erfolgsmodell bleibt. Die befragten Familienunternehmen setzen momentan konsequent auf einen Wachstumskurs und konzentrieren sich dabei auf ihre Technologieführerschaft als bedeutendsten Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig verlieren sie aber die anstehenden Herausforderungen, wie gestiegene Rohstoffpreise oder die Unternehmensnachfolge, nicht aus den Augen", kommentiert Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Mitglied des PwC-Vorstands und Leiter des Bereichs Mittelstand.

Für die Studie befragte PwC weltweit 1.454 Familienunternehmen, davon 103 aus Deutschland.
 

 

 

 


Signale stehen auf Wachstum

Knapp vier von fünf deutschen Familienunternehmen (78 Prozent) verfolgen nach eigenen Angaben eine Expansionsstrategie, während 18 Prozent eine Konsolidierung anstreben. Gleichzeitig haben knapp 50 Prozent der Familienunternehmen ihre Investitionen im Jahr vor der Befragung gesteigert, und rund 80 Prozent berichteten über eine höhere Nachfrage.

Der weitaus wichtigste Erfolgsfaktor im Wettbewerb ist nach Ansicht der befragten Unternehmen die technische Leistungsfähigkeit (42 Prozent der Nennungen). Damit heben sich deutsche Familienunternehmen deutlich von den im Ausland ansässigen Unternehmen ab. Weltweit setzen nur 9 Prozent der Unternehmen auf Wettbewerbsvorteile durch innovative Technik. Die überdurchschnittlich starke Technologieorientierung deutscher Familienunternehmen zeigt sich auch bei den Investitionsvorhaben. So wollen 56 Prozent der inländischen Unternehmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in Forschung und Entwicklung investieren, aber nur 42 Prozent der Familienunternehmen im Ausland.

Umgekehrt verhält es sich bei der Bewertung des Markenimage. So hält keines der deutschen Familienunternehmen seine Marke für einen Wettbewerbsvorteil, während 11 Prozent der ausländischen Unternehmen auch auf den guten Namen ihrer Produkte vertrauen. "Allerdings erkennen immer mehr Familienunternehmen in Deutschland, dass sie den Wert einer starken Marke unterschätzen. So will gut die Hälfte der inländischen Familienunternehmen mehr in das Marketing investieren", kommentiert Winkeljohann.

Anstieg der Rohstoffpreise belastet
Die Studie zeigt zudem, dass deutsche Familienunternehmen die Herausforderungen der Zukunft deutlich anders beurteilen als Unternehmen im Ausland. Während der Anstieg der Rohstoffpreise hierzulande 61 Prozent der Familienunternehmen beschäftigt, halten diesen Aspekt im europäischen Ausland nur 26 Prozent und weltweit sogar nur 23 Prozent der Familienunternehmen für besonders problematisch.

Über den stark diskutierten Fachkräftemangel machen sich nur 26 Prozent der deutschen Unternehmen Sorgen, jedoch 37 Prozent der Familienunternehmen in Europa und 42 Prozent der Befragten weltweit. Möglicherweise ist dieser Unterschied aber auch dadurch zu erklären, dass sich die Familienunternehmen im Inland bereits auf die demographische Herausforderung eingestellt haben. So wollen knapp 70 Prozent der deutschen Familienunternehmen in Aus- und Weiterbildung investieren. Damit hat das Personalwesen Vorrang vor allen anderen Investitionsbereichen.

Vererben statt Verkaufen
In jedem vierten deutschen Familienunternehmen steht in den kommenden fünf Jahren ein Eigentümerwechsel an. Dabei streben über 70 Prozent eine familieninterne Nachfolge an, gut die Hälfte kann sich aber auch eine externe Lösung vorstellen. So ist der Verkauf an das Management (23 Prozent) oder ein anderes Unternehmen (20 Prozent) für rund jeden fünften Befragten eine Option, die Veräußerung an Private-Equity-Investoren ziehen demgegenüber nur 13 Prozent der Familienunternehmer in Betracht.

Im Ausland erwarten nur 51 Prozent der Befragten eine Fortführung des Unternehmens in Familienbesitz. Der Verkauf an Private-Equity-Fonds ist sowohl in Europa als auch weltweit für gut jedes fünfte Familienunternehmen denkbar, während Wettbewerber und Management als potenzielle Käufer im Ausland eine geringere Bedeutung haben als in Deutschland.

Fast alle Befragten in Deutschland (93 Prozent) berücksichtigen die Erbschaftsteuer bei ihren Planungen zur Unternehmensnachfolge. "Bedenklich ist jedoch, dass die Familienunternehmen in erster Linie die Besteuerung des Inlandsvermögens im Blick haben, während Steuern bei der Übertragung von Auslandsvermögen ausgeblendet bleiben", warnt Winkeljohann. So haben gut vier von zehn Unternehmern das inländische Vermögen bewerten lassen, jedoch nur 18 Prozent auch das Vermögen im Ausland. Zudem kennen immerhin 81 Prozent der Befragten die Steuerbelastung bei einem Verkauf des Unternehmens im Inland, während sich nur 53 Prozent mit den steuerlichen Konsequenzen eines Verkaufs an ausländische Interessenten befasst haben.

Defizite beim Konfliktmanagement
Obwohl Auseinandersetzungen in Familienunternehmen wegen der zwangsläufigen Vermischung von unternehmerischen Entscheidungen mit persönlichen Neigungen vergleichsweise häufig sind, gibt es nur bei jedem zweiten Unternehmen Instrumente zum Konfliktmanagement. Knapp jeder dritte befragte Familienunternehmer in Deutschland erwartet Auseinandersetzungen über die künftige Firmenstrategie, drei Prozent der Befragten rechnen sogar mit "starken Spannungen". Einen neutralen Schlichter für eventuell auftretende Streitigkeiten haben jedoch nur 46 Prozent der Unternehmen, ein Familienrat existiert bei 21 Prozent der Befragten und vier von zehn Familienunternehmen verzichten bislang sogar auf einen Gesellschaftsvertrag.

Einen Notfallplan für das unerwartete Ausscheiden eines Mehrheitsgesellschafters haben immerhin 80 Prozent der befragten Familienunternehmen. Allerdings gibt es nur bei 39 Prozent der Unternehmen verbindliche Regeln für die Bewertung der zu übertragenden Anteile. "Familienunternehmen sollten unbedingt klare Bewertungsgrundsätze aufstellen, um im Notfall handlungsfähig zu bleiben. Anderenfalls drohen Interessenkonflikte, die eine ohnehin schwierige Situation noch verschärfen können", betont Winkeljohann.

Trotz dieser Defizite sind deutsche Familienunternehmen deutlich besser auf Konflikte vorbereitet als ausländische. So verfügt europa- und weltweit nur knapp jeder dritte Befragte über einen Gesellschaftervertrag sowie einen neutralen Mediator für den Konfliktfall. Regeln für den Ein- und Austritt von Gesellschaftern haben in Deutschland immerhin 25 Prozent der Unternehmen, im Ausland nur gut 10 Prozent. Lediglich die Institutionen Familienverfassung und Familienrat sind in ausländischen Familienunternehmen häufiger als in deutschen.

Forderungen an die Politik
Um die Technologieführerschaft auch weiterhin aufrecht zu erhalten, sollte der Staat nach Ansicht der Familienunternehmen für eine engere Vernetzung von Industrie und Wissenschaft sorgen (79 Prozent) sowie die Unternehmen bei der Ausbildung und Personalentwicklung stärker unterstützen (44 Prozent).

Auch wenn die befragten Familienunternehmen Finanzierungsprobleme nicht mehr zu den größten Herausforderungen zählen, würden doch immerhin knapp 60 Prozent eine Regierungsinitiative für einen erleichterten Zugang zu den Kapitalmärkten begrüßen. Gut die Hälfte der Befragten hält zudem Erleichterungen bei der Bereitstellung von Risikokapital für wichtig.

Die Studie "Familienunternehmen 2008" finden Sie hier als kostenlosen Download.

Quelle: Pressemitteilung der PwC

 
 

 

 

 

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Stand: 13. Dezember 2014