Die weltweite Rezession hat im vergangenen Jahr der Stahlkonjunktur
und damit auch den M&A-Aktivitäten in der Branche einen massiven Dämpfer
versetzt. Zwar setzte sich die Konsolidierung weltweit fort, doch gingen
die Unternehmen und Investoren zumeist kleinere Beteiligungen ein oder
stockten bestehende Engagements auf, wie die Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in der Studie "Metals
Deals - Forging Ahead 2009 Annual Review" berichtet.
"Angesichts der Rezession standen die Signale in der Stahl- und
Metallindustrie im vergangenen Jahr auf Kostenkontrolle und
Liquiditätssicherung. Zudem fokussierten sich einige Unternehmen auf den
Abbau von Schulden, die durch Übernahmen in den Boom-Jahren aufgelaufen
waren. Expansive M&A-Strategien traten demgegenüber im vergangenen Jahr
erneut in den Hintergrund", kommentiert Peter Albrecht, Mitglied des
Vorstands und Leiter des Bereichs Industrielle Produktion bei PwC.
Mit einer Belebung des M&A-Marktes rechnet der Experte erst bei einer
signifikanten Erholung der Konjunktur und der Stahlnachfrage. "Für eine
Fortsetzung der Konsolidierung spricht die nach wie vor starke
Fragmentierung der Branche. Allerdings ist für die Finanzierung größerer
Deals derzeit zu wenig Kapital verfügbar", sagt Albrecht.
Kleine
Transaktionen dominieren
Das weltweite Transaktionsvolumen fiel 2009 gegenüber dem Vorjahr um
75 Prozent auf 15,1 Milliarden US-Dollar, den niedrigsten Wert seit
2003. Im Vor-Krisenjahr 2007 hatte der Gesamtwert der Fusionen,
Übernahmen und Beteiligungen in der Branche annähernd 145 Milliarden
US-Dollar erreicht. Nicht in der Bilanz für 2009 berücksichtigt ist das
angekündigte, aber bislang nicht von den Wettbewerbsbehörden genehmigte
Joint Venture der Bergbaugiganten Rio Tinto und BHP Billiton.
Die absolute Zahl der Transaktionen erreichte mit 521 einen
Höchstwert. Im Jahr 2008 gab es lediglich 397 Transaktionen, ein Jahr
zuvor waren es 411. Lag das durchschnittliche Transaktionsvolumen im
Jahr 2008 noch bei 274,2 Millionen US-Dollar, waren es 2009 nur noch
56,2 Millionen US-Dollar. Zwar wurde 2009 nur bei gut jedem zweiten Deal
das Übernahmevolumen veröffentlicht, allerdings bleiben finanzielle
Details in der Regel nur bei kleineren Transaktionen ungenannt.