Deutsche Hersteller wachsen vor allem in Asien
Deutsche Autos werden sich auch künftig einer wachsenden Nachfrage in Asien
erfreuen. Liefen 2009 rund 1,4 Millionen Autos deutscher Marken in asiatischen
Fabriken vom Band, werden es 2013 voraussichtlich 2,4 Millionen sein. Für
Deutschland ist im selben Zeitraum ein Produktionszuwachs um 500.000 auf 4,7
Millionen Fahrzeuge zu erwarten. Damit wird im Jahr 2013 wieder das Niveau von
2008 erreicht.
Von besonderer Bedeutung ist der Standort Asien für die deutschen
Volumenhersteller. Sie werden im Jahr 2013 mit 1,8 Millionen Pkw genau so viele
Fahrzeuge in Asien fertigen wie in Deutschland. Die Premiumhersteller weiten
ihre Fertigung in Fernost zwar ebenfalls aus, mit geschätzten 600.000 Pkw bleibt
das asiatische Produktionsvolumen jedoch hinter dem für Deutschland erwarteten
Wert von 2,9 Millionen Fahrzeugen zurück.
Downsizing als Chance für Premiummarken
Ein überdurchschnittliches Wachstum erwarten die PwC-Experten im Segment der
Klein- und Kompaktwagen. Zwischen 2010 und 2015 dürfte die weltweite Produktion
von 28 Millionen auf 41 Millionen Pkw zulegen. Dies entspräche einer
durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 7,6 Prozent, während die
Automobilfertigung insgesamt um rund sechs Prozent jährlich steigen dürfte. Die
starken Zuwächse im Kompaktsegment sind einerseits auf wachsenden Wohlstand und
damit steigende Nachfrage in den Emerging Markets zurückzuführen. Andererseits
entscheiden sich auch in den Industrienationen immer mehr Käufer für kleinere
Autos mit geringerem Kraftstoffverbrauch.
"Den Trend zum 'Downsizing' haben die Premiummarken erkannt. Sie stehen vor der
Herausforderung, trotz vergleichsweise geringer Fertigungszahlen auch mit
Kompaktmodellen ausreichende Margen zu erwirtschaften. An einer Reduzierung der
Produktionskosten, beispielsweise durch die konsequente Umsetzung von
Plattformstrategien und Kooperationen mit anderen Herstellern, führt daher im
Premiumsegment kein Weg vorbei", betont Felix Kuhnert.
Elektromobilität führt zu neuen Geschäftsmodellen und Kooperationen
Im Jahr 2020 werden nach PwC-Schätzungen weltweit 1,5 Millionen ausschließlich
elektrisch angetriebene Pkw produziert. Hinzu kommen schätzungsweise bis zu fünf
Millionen Fahrzeuge mit Hybridantrieb. Ihnen stehen geschätzte 80 Millionen Pkw
mit einem Verbrennungsmotor gegenüber. Die weitere Entwicklung der Elektroautos
wird jedoch in hohem Maße durch die Fortschritte in den Bereichen
Batterietechnologie, Lade-Infrastruktur und neue Mobilitätskonzepte beeinflusst.
"Sollten industrieübergreifende, überregionale und innovative Partnerschaften im
Bereich der Elektromobilität weiterhin zunehmen, könnten die Engpässe in den
Bereichen Batterietechnologie und Lade-Infrastruktur beseitigt werden. Dies
würde die Entwicklung des Elektromobils erheblich beschleunigen", sagt Felix
Kuhnert.
Sinnvoll sind daher Investitionen in ein gemischtes Portfolio aus kontinuierlich
verbessertem Verbrennungsmotor, Hybrid- und reinem Elektroantrieb. Insbesondere
Zulieferunternehmen werden hierfür ihre Geschäftsmodelle hinterfragen und an
Markt- und Technologieentwicklungen anpassen müssen.
Quelle: Pressemitteilung der PricewaterhouseCoopers AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom 02.03.2010