In der Langzeitbetrachtung bleibt Indien mit 410
Transaktionen seit 2003 weiterhin die Nation mit dem größten Appetit
nach M&A-Deals im Ausland, gefolgt von China mit 179 und den Staaten
des Nahen Ostens mit 145 M&A-Transaktionen. Die meisten Übernahmen
wurden in Amerika durchgeführt (351), dicht gefolgt von den UK mit
250.
Thorsten Amann, Leiter der High Growth Markets
Practice von KPMG: "Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise war
der weltweite Rückgang an M&A-Deals in den Wachstumsmärkten
absehbar. Auf den ersten Blick sehen 70 Übernahmen zwar sehr wenig
aus für die Nationen, die als wichtigste aufstrebende
Wirtschaftsmächte der Welt betrachtet werden. Allerdings sind darin
einige strategisch sehr wichtige und volkswirtschaftlich bedeutende
Investitionen enthalten. Viele Regierungen drängen Konzerne derzeit
dazu, strategisch, aber doch sehr selektiv bei ihren Akquisitionen
vorzugehen. Deshalb könnte die aktuelle Analyse den Trend für die
Zukunft zeigen: Weniger ist mehr. Auf der andern Seite muss man auch
bedenken, dass eine Menge Deals zwischen den Wachstumsmärkten selbst
abgewickelt werden. Ein Großteil davon findet unbemerkt und fernab
der Aufmerksamkeit der westlichen Medienwelt statt. Die Käufer in
den Wachstumsmärkten holen derzeit einen Entwicklungsschritt nach.
In den vergangenen drei Jahren begab sich beispielsweise Indien
sofort auf das vergleichsweise schwierige Parkett des europäischen
Markts. Jetzt richtet sich das Augenmerk der indischen Unternehmen
verstärkt auf Akquisitionen in anderen Wachstumsländern. China
dagegen, dessen Unternehmen sich bei Akquisitionen zunächst auf den
attraktiveren, renditestärkeren Binnenmarkt konzentriert hatten,
realisiert nun nicht nur in Europa, sondern zugleich auch in anderen
Wachstumsmärkten, insbesondere in Afrika, neue M&A-Transaktionen."
Hinweis: Die halbjährlich von KPMG veröffentlichte
Analyse berücksichtigt abgeschlossene M&A-Deals, die mindestens zu
einer Beteiligung von 10 Prozent am Kaufobjekt führten. Die Daten
beruhen auf Material von Zephyr / Bureau von Dijk Electronic
Publishing. Die Untersuchung berücksichtigt die Übernahmeaktivitäten
zwischen zwölf ausgewählten Industriestaaten - Großbritannien, USA,
Kanada, Spanien, Frankreich, Deutschland, Holland, Italien,
Südafrika, Australien, Israel und Japan - sowie elf ausgewählten
Emerging Markets: Indien, China, Russland, Brasilien, Südkorea,
Vietnam, Macau, Hongkong, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate
(VAE) und Mittel- und Osteuropa (als eine Gesamtregion).
Quelle: Pressemitteilung der KPMG vom 17.09.2009