Für die Studie hat PwC die Veränderungen unter den
300 nach Marktkapitalisierung größten deutschen Aktiengesellschaften
im C-DAX zwischen 2006 und 2008 analysiert. Der C-DAX umfasst
sämtliche im Prime Standard und General Standard notierten deutschen
Aktien an der Frankfurter Wertpapierbörse.
Jedes sechste Unternehmen wird
übernommen
Zwischen 2006 und 2008 hat sich auch die Zusammensetzung der "Top
300" stark verändert. Hauptursache waren Übernahmen. Zwischen 2006
und 2008 wurden 16 Prozent der größten 300 Unternehmen von
Investoren aufgekauft. Dabei erwarb bei neun Prozent der "Top 300"
ein ausländischer Käufer die Aktienmehrheit.
"Bemerkenswert ist, dass Investoren aus dem
Ausland sowohl bei den Top 100, als auch bei den mittelgroßen und
kleinen Unternehmen die aktivsten Käufer waren", kommentiert Derik
Evertz, Partner bei PwC im Bereich Advisory. Nur vier Prozent der
"Top 300" von 2006 wechselten in den Besitz eines anderen
börsennotierten deutschen Unternehmens. Drei Prozent der
Aktiengesellschaften wurden von einem deutschen, nicht
börsennotierten Unternehmen übernommen. Der prominenteste Fall ist
die Akquisition der Continental AG durch das Familienunternehmen
Schäffler.
Lediglich ein Prozent der Aktiengesellschaften
ging in einem "Merger of Equals" auf. Rund 13 Prozent der "Top 300"
von 2006 sind wegen zu niedriger Marktkapitalisierung aus der Gruppe
abgestiegen.
Stabile Spitzengruppe
Obwohl insbesondere die großen
Aktiengesellschaften im CDAX häufig drastischen Kursschwankungen
ausgesetzt waren, haben sich diese Unternehmen in der Spitzengruppe
der "Top 300" häufiger halten können. Nur neun Prozent der 100
größten Aktiengesellschaften von 2006 waren im Oktober 2008 nicht
mehr unter den "Top 100". Mit Ausnahme der Conergy AG, die steil von
Rang 95 auf Rang 207 abstürzte und dabei gut 1,2 Milliarden Euro an
Börsenwert verlor, wechselten alle Absteiger aus den "Top 100" in
die Gruppe der mittelgroßen Unternehmen.
Von den mittelgroßen Unternehmen (Rangplätze 101
bis 200) schafften elf den Aufstieg in die "Top 100", 15 stiegen in
die Gruppe der kleinen Aktiengesellschaften (Rangplätze 201 bis 300)
ab und sieben fielen komplett aus den "Top 300" heraus.
Besonders stark veränderte sich das unterste
Segment der "Top 300". Von den kleinen Unternehmen des Jahrgangs
2006 etablierten sich zwei Jahre später elf in der Gruppe der
mittelgroßen Aktiengesellschaften, 32 Unternehmen zählten nicht mehr
zu den 300 größten Deutschlands.
Die Kursturbulenzen der vergangenen Monate haben
die Untersegmente im "Top 300" allerdings auch näher zusammenrücken
lassen. So benötigte die Praktiker AG im Jahr 2006 noch eine
Marktkapitalisierung von 1,28 Milliarden Euro, um es auf Rang 100
und damit gerade noch in die Spitzengruppe zu schaffen. Die
Comdirect AG ereichte 2008 mit einem Börsenwert von lediglich 750
Millionen Euro den gleichen Platz.
Demgegenüber sind die Hürden für den Aufstieg in
die untersten 100 der "Top 300" nur etwas niedriger geworden.
Borussia Dortmund hatte 2006 als letztplatziertes Unternehmen der
"Top 300" eine Marktkapitalisierung von sieben Millionen Euro, im
Jahr 2008 rangierte dort Mologen mit einem Marktwert von sechs
Millionen Euro.
Quelle: Pressemitteilung der
PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom
19.12.2008