Der aktuelle Abschwung trifft vor allem
Unternehmen, die bislang als relativ krisenresistent galten, stellt
Englisch fest: „Auffallend ist, dass gerade die Unternehmen, die in
den vergangenen Jahren besonders erfolgreich gewirtschaftet haben,
nämlich große, international tätige Industrieunternehmen, jetzt
besonders stark betroffen sind. Die Krise hat gerade die deutsche
Industrie mit großer Wucht getroffen: Viele Unternehmer berichten
von einem Absturz, wie sie ihn noch nie erlebt hätten.“
Beschäftigungsrückgang zu erwarten
Zwar planen immerhin noch 15 Prozent
der Unternehmen, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen, deutlich mehr
Unternehmen aber – 24 Prozent – wollen die Zahl der Beschäftigten
reduzieren. Per Saldo ist daher mit einem Rückgang der
Beschäftigtenzahl im deutschen Mittelstand zu rechnen. Auf Basis der
Befragungsergebnisse ist insbesondere in Schleswig-Holstein,
Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit einem deutlichen
Beschäftigungsrückgang zu erwarten, während es wohl nur in Hamburg
und Sachsen per Saldo ein Beschäftigungszuwachs geben könnte.
Auch an den Investitionen wollen die Unternehmen
sparen: Jeder sechste Mittelständler will seine Investitionen
steigern, während deutlich mehr – knapp jeder Vierte – weniger
investieren wollen. Vor allem Industrieunternehmen planen, die
Investitionen zurückzufahren. Nur die Unternehmen in Sachsen,
Hamburg und dem Saarland wollen mehr investieren als im Vorjahr,
während vor allem die Unternehmen in Schleswig-Holstein, Brandenburg
und Mecklenburg-Vorpommern das Investitionsvolumen deutlich
reduzieren wollen.
Mittelstand hofft auch mehr
öffentliche Investitionen
Das Vorhaben der Bundesregierung, dem
Konjunkturabschwung mit zusätzlichen öffentlichen Investitionen zu
begegnen, dürfte die Zustimmung der Mittelständler finden: 92
Prozent der Befragten sind der Meinung, dass eine Steigerung der
öffentlichen Investitionen den Mittelstand in Deutschland deutlich
stärken würde – im Vorjahr lag der Anteil nur bei 69 Prozent.
Ebenfalls deutlich gestiegen ist der Anteil derer, die einen
verstärkten Schutz vor ausländischen Konkurrenten fordern – von 43
auf 78 Prozent.
„Auch wenn es verständlich ist, dass die
Unternehmen in der aktuellen Lage nach mehr Schutz vor ausländischer
Konkurrenz rufen: Protektionismus kann nicht die Antwort auf die
aktuelle Krise sein“, so Englisch. „Denn kaum jemand profitiert von
einem freien weltweiten Warenverkehr so sehr wie Deutschland“.
Deutlich gesunken ist hingegen der Anteil der
Unternehmen, die eine Lockerung des Kündigungsschutzes fordern: von
75 auf 42 Prozent.
Download der Studie
Sie haben die Möglichkeit,
hier die Studie als Download (PDF - 1 MB, 26
Seiten) zu lesen.
Quelle
Pressemitteilung der Ernst & Young AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft vom
30.01.2009