|
|
|
Pressemitteilung - Pressemitteilung im
Managementportal
| |
Finanzwelt: Schutz gegen
Geldwäsche hat Lücken
Deloitte-Studie „Economic Sanctions“:
Unternehmen ohne adäquate Präventions- und Detektionsprogramme
Laut der aktuellen Deloitte-Studie „Economic Sanctions“,
die zusammen mit dem Economist unter 388 internationalen Führungskräften
durchgeführt wurde, verfügen trotz steigenden Drucks seitens der
nationalen Gesetzgeber nicht einmal 50 Prozent der Unternehmen aus der
Finanzbranche über ein ausgearbeitetes Programm zum Schutz vor
Geldwäsche. 15 Prozent haben ein rudimentäres und fast 20 Prozent wissen
nicht, wer im jeweiligen Unternehmen die operative Verantwortung hierfür
trägt. Etwa die Hälfte bewertet die Abwehr zweifelhafter Transaktionen
als eine unter vielen wichtigen Compliance-Aufgaben, für knapp ein
Drittel gehört sie zu den wichtigsten bzw. die wichtigste.
„Das Tempo der globalen Wirtschaft mag sich
verlangsamt haben – das der internationalen Finanzströme jedoch nicht.
Um der grenzübergreifenden Kriminalität Paroli zu bieten, haben
inzwischen alle maßgeblichen Länder und Wirtschaftsräume spezifische
Gesetze und Auflagen erlassen, die von den Unternehmen der Finanzbranche
umgesetzt werden müssen. Das ist bislang aber nur teilweise geschehen“,
erklärt Uwe Heim, Partner Forensic & Dispute Services bei Deloitte.
Über zehn Prozent ohne Programm
Von den 44 Prozent der Studienteilnehmer
mit ausgearbeitetem Programm haben deutlich mehr als zwei Drittel voll
ausgereifte oder zumindest weit entwickelte Risiko-Assessment-Instrumente
als zentrales Element des Gesamtsystems. Auf der anderen Seite stehen 11
Prozent, die keinerlei Systeme, Mechanismen oder Programme gegen
Geldwäsche vorweisen können. Gesamtverantwortlich bei den Unternehmen
mit Compliance-Programmen ist entweder der Aufsichtsrat, der CEO oder
der Chief Compliance Officer. Deren Funktion in puncto
Geldwäsche-Prävention hat sich bisher aber nicht überall
herumgesprochen: 16 Prozent der befragten Führungskräfte wissen nicht,
wer oberstes ausführendes Organ für derartige Programme im Unternehmen
ist und 17 Prozent kennen auch den Verantwortlichen für das operative
Geschäft nicht.
|
| |
|
| |
Herausforderung Screening
Die jüngste Entwicklung ist von der
steigenden Anzahl und Komplexität der Gesetze sowie den Bemühungen,
diese umzusetzen, geprägt. Die größte Herausforderung liegt dabei
für die Mehrheit (57 Prozent) in einem effizienten Screening, je ein
Viertel beklagt unzureichend ausgebildete Mitarbeiter bzw. mangelnde
Datenqualität. Am häufigsten gescreent werden Kunden, Inbound und
Outbound Wires sowie Finanztransaktionen und Verträge. Dabei sind
die Screening-Programme bei 15 Prozent voll automatisiert, bei
weiteren 36 Prozent laufen sie teils manuell, teils automatisch ab –
40 Prozent wollen in den nächsten drei Jahren ein voll
automatisiertes Programm einsetzen.
|
|
| |
Internationale Ebene maßgeblich
Die generellen Richtlinien für die
Anti-Geldwäscheprogramme und -prozesse werden bei der Mehrheit der
Befragten (55 Prozent) auf internationaler Ebene festgelegt, die
Maßnahmendefinition geschieht bei 40 Prozent global, bei weiteren 22
Prozent auf regionaler Basis. Die nationale Ebene ist bei keiner
Schlüsselfunktion dominierend. Im Ernstfall, also bei Verdacht auf
kriminelle Transfers, tritt bei 38 Prozent der international
Hauptverantwortliche in Aktion – nur von 13 Prozent werden solche
Vorkommnisse vorwiegend im nationalen Kontext behandelt.
Zukunftsfeste Technologien?
Ein uneinheitliches Bild ergibt die
Frage nach technologischer Ausstattung und Perspektiven: Ein Viertel
glaubt, heute und auch noch in drei Jahren gut aufgestellt zu sein.
Ein weiteres Viertel geht davon aus, derzeit unzureichende, in drei
Jahren aber adäquate Technologien zur Verfügung zu haben. 17 Prozent
geben an, ihre Ausstattung genüge zwar aktuellen Ansprüchen, in drei
Jahren würden die Mittel jedoch nicht mehr reichen.
„Alles in allem zeigen sich die Unternehmen mit
Mechanismen gegen Geldwäsche zufrieden mit deren Effektivität. Eine
deutliche Mehrheit meint, ihre Compliance-Beauftragten seien
ausreichend geschult, das System funktioniere gut und es habe sich
unternehmensweit ein entsprechendes Bewusstsein ausgebildet. Auf der
anderen Seite aber glauben immerhin 36 Prozent, dass die Branche
insgesamt die Konsequenzen für ihre Business Practices noch nicht
ganz verstanden hat. Dies ist insbesondere dahingehend bedenklich,
dass auch international ausgerichtete Kreditinstitute aus
Deutschland nach unseren Erfahrungen verstärkt im Fokus der
US-amerikanischen Finanzaufsicht und deren ausgeprägten
Sanktionssystemen stehen“, resümiert Uwe Heim.
Die vollständige Studie finden Sie
hier zum Download.
Über die Studie
Durchgeführt wurde die Studie von der
Economist Intelligence Unit. Von den insgesamt 388 Teilnehmern sind
40 Prozent Aufsichtsräte, Vorstände oder hohe Führungskräfte von
Finanzunternehmen und 50 Prozent der befragten Unternehmen verfügen
über jährliche Umsätze von mehr als 5 Mrd. US-Dollar. Insgesamt
nahmen Unternehmen aus Asien (32 Prozent), Nordamerika (24 Prozent),
Westeuropa (28 Prozent), dem Nahen Osten und Afrika (sieben
Prozent), Latein- und Südamerika (fünf Prozent) sowie Osteuropa
(vier Prozent) an der Umfrage teil.
Quelle
Pressemitteilung der Deloitte & Touche
GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom 28.08.2009
|
 |
|
|
Anzeige
|