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Führen Abschlüsse wie Bachelor und Master-Abschluss (MBA) zu mehr Gehalt?
Grundsätzlich ja, wobei andere Einflussgrößen wie Branche ebenfalls
miteinwirken.
Von Oliver Recklies
Zur Struktur der Gehälter von
Absolventen mit einem angelsächsischen Abschluss (Bachelor und Master) hat das
Institut der deutschen Wirtschaft (Köln) eine Umfrage mit 281 Unternehmen
durchgeführt.
Grundsätzlich ist festzustellen, dass der MA-Abschluss (z.B. der
MBA - Master
of Business Administration) zu einer anderen Gehaltsklasse führt. Ca. ein
Drittel der Unternehmen wäre bereit, den MA mit monatlich 5.000 bis 6.000 Mark
für Berufsanfänger zu honorieren. Damit liegen diese Gehälter aber im
internationalen Vergleich immer noch deutlich zurück. Das kann daran liegen,
dass in Deutschland viele Absolventen den MA-Abschluss direkt im Anschluss an
ihr erstes Studium absolvieren, wobei in den USA nach dem erstem Studium erst
noch einige Jahre gearbeitet wird, bevor das MA-Studium beginnt. Unternehmen
außerhalb Deutschlands berücksichtigen ebenfalls die Qualität der
Bildungseinrichtung, die den Titel vergibt, so dass letzten Endes für den
gleichen Abschluss sogar im selben Unternehmen verschiedene Gehälter gezahlt
werden, wenn ein Mitarbeiter seinen MA in Havard und ein zweiter an der
Duke-University erhalten hat (siehe auch
MBA-Ranking der FT – pdf-Datei).
Grafik: So viel Prozent der Unternehmen würden den Berufsanfängern ein
Brutto-Monatsgehalt von ... Mark zahlen.
Erhebliche Defizite gibt es bei
der Bewertung dieser angelsächsischen Studienabschlüsse. Für viele
Personalverantwortliche sind sie noch ein Buch mit sieben Siegeln, was sich u.a.
in Problemen bei der Festlegung der
Einstiegsgehälter äußert. So rangiert der
Bachelor in der Einschätzung jedes zweiten Befragten auf FH-Niveau, den Master
setzen ebenso viele einem Universitätsabschluss gleich. Nur 25 % der vom
Institut befragten Unternehmen glauben, sich gut oder sehr gut mit den neuen
Abschlüssen auszukennen. 70 % hingegen beurteilen ihren Kenntnisstand als
weniger gut und unzureichend.
Bei Unternehmen mit entsprechender
Personalerfahrung stellt sich die Situation besser dar. Für sie, die bereits
ausländische BA- und MA-Absolventen beschäftigen, bürgt der in den
angelsächsischen Ländern eingeführte Titel für
Qualität. Jedes zweite Unternehmen aus dieser Gruppe
würde einem neuen Mitarbeiter ohne weiterer Berufserfahrung mit Master-Abschluss
mehr als 6.000 Mark Monatsgehalt zahlen, jedes vierte sogar bis zu 7.000 Mark.
Durchaus angemessen, wenn man bedenkt, dass ein MA-Studium zwischen 50.000 und
100.000 Mark kostet.
Aktuelle Zahlen aus 2015 zur Rendite von Full-Time-MBA-Programmen in Europa gibt es auf dieser Seite im Managementportal.
Was man bei der Auswahl des "richtigen" MBA-Programmes beachten sollte, diskutiere ich in diesem Beitrag im Portal.
(C)
Oliver Recklies, April 2001
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